Beim 0:2 gegen die TSG Hechtsheim steht sich die 1. Mannschaft selbst im Weg

Bei der 0:2 (0:2) Heimniederlage steht sich unsere 1. Mannschaft meistens selbst im Weg und vergibt dabei beste Einschussmöglichkeiten.

Es hätten deutlich mehr als zwei Tore im Derby der Fußball-Bezirksliga zwischen der SVW Mainz und der TSG Hechtsheim fallen können. Beide Mannschaften waren betont offensiv ausgerichtet, Abschlüsse gab es in der flotten, gutklassigen Partie hüben wie drüben in großer Anzahl. Der Unterschied zwischen den Kontrahenten: Die Hechtsheimer nutzten zwei ihrer Möglichkeiten. Das reichte zum 2:0 (2:0)-Sieg, weil die Weisenauer die Kugel partout nicht über den Kreidestrich bekamen.

„Ich glaube, wir hätten noch stundenlang anrennen können, ohne ein Tor zu erzielen“, sagte ein sichtlich frustrierter SVW-Trainer Mikel Horn nach der Begegnung. „Es war eine verdiente Niederlage. Die cleverere Mannschaft hat gewonnen.“ In der Tat waren die Gäste waren in den Zweikämpfen im Mittelfeld eine Spur bissiger und vor dem Kasten etwas abgezockter.

Das Bemühen war den Weisenauern nicht abzusprechen. Bis zum Schlusspfiff versuchten sie alles, um einen Treffer zu setzen. Chancen hatten sie genügend, gerade in der ersten Hälfte tauchten sie mit ihren schnellen Leuten auf den Flügeln immer wieder gefährlich vor dem TSG-Gehäuse auf.

Julian Peters holte einen weiten Schlag aus der eigenen Hälfte gefühlvoll herunter, kontrollierte den Ball, setzte den Heber über den Hechtsheimer Schlussmann Björn Müller aber etwas zu hoch an (17.). Julian Hornetz hatte freie Bahn, verzog aber seinen Gewaltschuss (24.). Zu Beginn der zweiten Hälfte sah es nicht anders aus. Daniel Wolf schoss übers Tor (49.), der eingewechselte Claudius Neuser versuchte es noch einmal mit einem Lupfer, blieb aber ebenfalls glücklos (55.).

„Das Spiel kann auch anders laufen“, räumte der Hechtsheimer Trainer Alfonso Sepe ein, dessen Mannschaft zumindest vor der Pause deutlich effektiver agiert hatte. Deutlich wurde das beim 1:0: Nach einer Hechtsheimer Ecke blockten die Weisenauer drei Schussversuche, der Ball flipperte durch den Strafraum, landete schließlich auf dem Schlappen von Denis Oriana, der die Lücke im Beingewusel fand und flach ins linke Eck traf (14.). Den entscheidenden Anteil am zweiten Gästetreffer hatte Ricardo Schuhmann. Er setzte sich an der Grundlinie entschlossen durch, seine Flanke von der linken Seite landete punktgenau auf dem Kopf des freistehenden Dennis Gyamfi-Kumaning. Das Tor war nur noch Formsache (42.).

Beide Mannschaften mussten zahlreiche Spieler ersetzen. Zwölf Akteure standen auf der Ausfallliste der SVW, schmerzlich vermisst wurde beispielsweise Torjäger Robin Lehmann. Sepe musste auf sieben, acht Stammkräfte verzichten. „Wir haben einen großen, breiten und guten Kader“, sagte der Hechtsheimer Trainer. „Ich weiß aber, dass es nicht einfach ist für die Spieler, die neu reinkommen.“

Kein Problem damit hatte Ferhat Erdogan, der seit einem Jahr nicht mehr für die TSG aufgelaufen war, aber eine starke Vorstellung bot. Die fehlende Wettkampfpraxis einiger Akteure wurde auf beiden Seiten in der zweiten Hälfte offensichtlich, der Wetterumschwung und der tiefe Rasen taten ein Übriges. „Die Jungs waren platt“ sagte Sepe.

Besonders deutlich wurde dies bei Gyamfi-Kumaning, der in der Regel eingewechselt wird, diesmal aber durchspielen musste, weil der Tank einiger Mannschaftskameraden noch früher leer war. Mit mehr Power hätte der TSG-Stürmer das Ergebnis in der Schlussphase wohl noch deutlicher gestaltet. Erst tauchte er nach Vorarbeit von Dennis Oriana frei vor Paul Bienefeld auf, doch sein Schuss war weder fest noch platziert und landete in den fangbereiten Armen des Keepers (77.). In der Nachspielzeit lief Gyamfi-Kumaning noch einmal auf Bienefeld zu, verstolperte den Ball und schoss den Torwart nur an.

„Das einzige, was mir nicht gefallen hat, war die Chancenverwertung“, sagte Sepe. Der Satz hätte ebenso gut von Horn stammen können.